Konzept

Vorwort

Im Vordergrund der Arbeit des Schmetterlinge e.V. steht das Wohl der Kinder. Kinder brauchen Kinder, um im täglichen Miteinander gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, um von und mit anderen Kindern zu lernen. Sie brauchen eine Gruppe, die es ihnen ermöglicht, soziale Kontakte außerhalb der Familie zu knüpfen und gesellschaftliche Normen kennenzulernen.

Eltern brauchen eine Gruppe, die auf ihre Bedürfnisse eingeht, die Vereinbarung von Beruf und Familie ermöglicht und ihnen das Vertrauen gibt, dass ihre Kinder verlässlich betreut sind. Das Konzept des Elternvereins bietet Eltern die Möglichkeit, sich im Gruppenalltag aktiv einzubringen und mit den pädagogischen Mitarbeiter*innen eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft einzugehen.

1. Die Rahmenbedingungen

1.1 Zur Geschichte

Die Kindergruppe Schmetterlinge e.V. wurde am 28.11.1990 als eingetragener und gemeinnütziger Verein von engagierten Eltern gegründet. Zweck des Vereins war und ist es bis heute, Eltern eine sinnvolle gruppenmäßige und familienergänzende Kleinkinderziehung anzubieten. Der Verein ist Mitglied im Verbund Bremer Kindergruppen e.V.

1.2 Finanzierung

Die Personal- und Sachkosten werden zum Teil durch Elternbeiträge getragen und vom Amt für Soziale Dienste der Stadt Bremen bezuschusst. Wir arbeiten gemäß den Richtlinien zur Förderung von Tageseinrichtungen gemeinnütziger Elternvereine in der Stadtgemeinde Bremen. Sie bilden, zusammen mit unserer Betriebserlaubnis, unsere rechtliche Grundlage.

1.3 Zur Lage und den Räumlichkeiten

Die Raumgestaltung in unserer Kindergruppe soll dem Alter und den Bedürfnissen der Kinder entsprechen, ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Die Räume sollen den Kindern vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten bieten, während gleichzeitig ihre Sicherheit und Intimsphäre geschützt werden.

Die Kindergruppe Schmetterlinge e.V. hat ihren Sitz in der Aßmannshauser Straße 39, 28199 Bremen. Dies ist eine ruhige Seitenstraße im „Flüsseviertel“ in der Bremer Neustadt. Unsere Räumlichkeiten umfassen ca. 114m² und befinden sich im Erdgeschoss eines Mehrparteienhauses. Sie bestehen aus drei großen, hellen Räumen, die in Funktionsbereiche unterteilt und teilweise thematisch gestaltet sind. Der größte Raum enthält verschiedene Bereiche: Hier gibt es für die Kinder Materialien zum Bauen, eine Kinderküche, Puppen, verschiedene Fahrzeuge, eine Bücherecke mit Sofa und einen durch einen Raumteiler abgetrennten Kreativbereich. Der Bewegungsraum bietet vielfältige grobmotorische Möglichkeiten: ein Spielpodest mit Funktionswand, Rutsche und Versteckmöglichkeit, große Schaumstoffbausteine und Flusssteine.

Der Kreativbereich mit Tischen, Stühlen und Materialien zum Spielen und Gestalten
Der Kreativbereich mit Tischen, Stühlen und Materialien zum Spielen und Gestalten

Eine Sprossenwand wurde waagerecht in einer Ecke angebracht und lädt die Kinder zum Dranhängen ein und kann auch mit Decken zu einer Höhle umfunktioniert werden.

Der angrenzende Schlafraum ist als „Wasserzimmer“ gestaltet, mit einer Matratzenlandschaft ausgestattet und wird von den Kindern je nach Bedarf zum Toben, Spielen oder Ausruhen genutzt.

Der Schlafraum „Wasserzimmer“ mit liebevoll gestalteter Unterwasserwelt

 

Hier befinden sich auch die Kuscheltiere und eine Verkleidungskiste.

In der Küche werden die Mahlzeiten an kindgerechten Tischen und Stühlen eingenommen und es gibt auch die Möglichkeit, mit den Kindern zu backen und zu kochen.

Die Mahlzeiten werden an kindgerechten Tischen eingenommen
Die Mahlzeiten werden an kindgerechten Tischen eingenommen

Die Kinder können die Räume nach ihren Bedürfnissen nutzen: auf dem großen Teppich im Gruppenraum mit Duplo oder der Eisenbahn bauen, etwas Leckeres in der Kinderküche kochen, am Tisch malen oder Regelspiele spielen, im Bewegungsraum über die Flusssteine balancieren und sich dann unterm Spielpodest verstecken oder im Schlafraum auf den Matratzen hüpfen und dann die tolle Verkleidung präsentieren.

Bauen und Spielen mit Eisenbahn und Bauklötzen
Bauen und Spielen mit Eisenbahn und Bauklötzen

Es gelten Regeln in den einzelnen Räumen, die der Sicherheit der Kinder dienen. So haben auf dem Spielpodest nur Kinder, nicht aber Spielzeug Platz. Außerdem bleiben Türen offen, beim Essen und Trinken sowie dem Zähneputzen setzen die Kinder sich hin.

Der Bewegungsraum mit Spielpodest und Funktionswand
Der Bewegungsraum mit Spielpodest und Funktionswand

Das Bad ist mit einer Kindertoilette, einem Kinderwaschbecken, einem Erwachsenenwaschbecken und einer Badewanne mit Wickelauflage ausgestattet. Eine Personaltoilette und ein Abstellraum befinden sich im Keller. In der Garderobe gibt es für jedes Kind Ablagemöglichkeiten für die persönlichen Sachen und eine Wechselsachenkiste. Für jedes Teammitglied sind hier Personalschränke vorhanden.

1.4 Aufnahme der Kinder

In der Kindergruppe werden neun Kinder im Alter von 12-42 Lebensmonaten betreut. Wir achten darauf, möglichst zwei Kinder gleichen Alters aufzunehmen, damit jedes Kind die Chance hat, mit einem gleich- oder ähnlich entwickelten Kind Kontakt aufzunehmen.

Um die Stabilität in der Gruppe zu gewährleisten, wünschen wir uns, dass die Kinder zwei Jahre in der Kindergruppe bleiben. Die Aufnahme und Kündigung des Kindergruppenplatzes ist in der Satzung und dem Betreuungsvertrag geregelt. Neue Kinder werden in der Regel zu Beginn des Kindergartenjahres, d.h. zum 01. August jeden Jahres aufgenommen. In Bremen ist es so geregelt, dass die Eltern vom 01.08. bis zum 31.07. für den jeweiligen Kita-Platz zahlen, unabhängig davon, ob die Aufnahme erst nach dem 01.08. bzw. nach dem Ende der Ferien erfolgt.

Die Anmeldung neuer Kinder zum August erfolgt in der Regel im Januar online mit der ID-Nummer, die alle einjährigen Kinder von der Stadt Bremen erhalten. Die Anmeldephase wird durch den Ablaufplan zur Aufnahme von Kindern in Tageseinrichtungen und Tagespflege durch die Behörde der Senatorin für Kinder und Bildung (SKB) geregelt. Auch die Aufnahmekriterien für neue Kinder werden in diesem Ablaufplan beschrieben.

Nach Ablauf der Anmelde- und Abstimmungsphase wird den Familien, die einen Platz in der Kindergruppe erhalten, eine Zusage und ein Betreuungsvertrag, der die Aufnahme und Betreuung des Kindes bei den Schmetterlingen regelt, zugeschickt.

1.5 Die Öffnungs- und Schließzeiten

Die Kindergruppe ist montags bis donnerstags von 7.45 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 7.45 Uhr bis 15.00 Uhr geöffnet. Die Gruppe bleibt drei volle Wochen zum Ende der Sommerferien geschlossen. Auch zwischen Weihnachten und Neujahr schließt die Kindergruppe. Durch Elternbereitschaftsdienste ist es möglich, die Betreuung auch bei Ausfall von Personal zu gewährleisten. Das pädagogische Team hat die Möglichkeit, zwei Konzeptions- bzw. Planungstage im Jahr zu nutzen. An diesen Planungstagen hat das Team die Möglichkeit, ausführlicher über die Konzeption zu sprechen, Projekte vorzubereiten, die pädagogische Arbeit zu reflektieren und zu planen und das neue Kitajahr vorzubereiten. Am Brückentag nach Himmelfahrt ist die Kindergruppe nicht geöffnet.

1.6 Krankheit

Wir als Team der Schmetterlinge versuchen nach bestem Wissen und Gewissen darüber zu befinden, ob ein Kind Krankheitssymptome aufweist, die erfordern, dass das Kind abgeholt werden muss. Neben Fieber, Durchfall und Erbrechen weisen folgende Anzeichen auf einen belasteten Allgemeinzustand und möglichen Infekt bei Kleinkindern hin:

  • Lustlosigkeit
  • Schlappheit
  • Appetitlosigkeit

Natürlich werden wir jedes Symptom immer in Bezug zur allgemeinen „Normal-Befindlichkeit“ des jeweiligen Kindes und zum aktuellen Krankheitsstand der Gruppe sehen.

Ein erkranktes Kleinkind benötigt besondere Betreuung und Zuwendung, die eine Kindergruppe nicht bieten kann. Der normale Ablauf in der Gruppe beinhaltet Lärm, Kontakt zu anderen Kindern, Ausflüge zum Spielplatz oder auch das Turnen. Dies alles bedeutet für ein geschwächtes Kind jedoch Stress. Gleichzeitig sind wir als Betreuerinnen der Kinder verpflichtet, unserer Fürsorgepflicht für alle Kinder in vollem Umfang zu erfüllen. Deshalb hoffen wir im Sinne aller, hier auf das Verständnis und die Unterstützung aller Eltern. Das Gesundheitsamt hat klare Vorgaben bei Krankheiten gemacht, an die wir uns halten müssen. Neben der Meldepflicht für Krankheiten wie Scharlach gilt das Masernschutzgesetz. Dies besagt, dass die Kinder vor ihrer Aufnahme in die Gruppe mindestens eine Masernschutzimpfung erhalten haben müssen. Da die Eltern und auch Geschwisterkinder oft länger in der Gruppe verweilen bzw. Elterndienste leisten, müssen alle Familienmitglieder ihren Masernstatus nachweisen. Das Team ist nur in besonderen Situationen verpflichtet, Medikamente zu geben. Leidet ein Kind unter Diabetes, epileptischen Anfällen oder besteht die Gefahr einer ernstzunehmenden allergischen Reaktion, wird das Team vom behandelnden Arzt unterwiesen, um einen Besuch der Einrichtung zu ermöglichen. Für alle anderen Medikamente ist eine Absprache mit den Fachkräften notwendig. Vor Arbeitsaufnahme bzw. Eintritt in die Gruppe werden die Mitarbeiter*innen und die Eltern zum Infektionsschutzgesetz belehrt und über den Umgang mit Krankheiten informiert.

Die Kinder und alle (ehrenamtlich) Beschäftigten sind über die Berufsgenossenschaft unfallversichert.

2. Unser Gruppenalltag

2.1 Der Tag bei den Schmetterlingen

Der Alltag in der Gruppe ist von einem strukturierten Tagesablauf mit vielen Ritualen geprägt, der den Kindern Sicherheit bietet. Jeden Tag gibt es ein „Tageskind“. Visualisiert wird dies durch eine „Tageskind-Uhr“. Den Morgenkreis beginnen wir um 9.00 Uhr mit dem Begrüßungslied. Das Tageskind kann sich zusätzlich ein weiteres Lied aussuchen. Nachdem wir besprochen haben, wer fehlt und wie wir den Vormittag gestalten wollen, gibt es das gemeinsame Frühstück. Das Frühstück wird vom Bioladen „Oecotop“ geliefert und vom Betreuungspersonal hergerichtet. Es wird Müsli und Cornflakes oder Brot und verschiedene Auflagen sowie viel Obst und Gemüse gereicht. Nach dem Frühstück waschen sich die Kinder, gehen auf die Toilette bzw. das Töpfchen und werden gewickelt. Dieses Ritual wiederholt sich nach dem Mittagessen, es werden zudem die Zähne geputzt.

Gegen 10.00 Uhr hat die Gruppe Zeit zum Freispiel, geht auf Entdeckungstour (z.B. Blätter und Kastanien sammeln im Herbst), den Kindern wird ein Angebot unterbreitet, oder sie gehen zum Spielplatz. In der Regel suchen wir nahegelegene Spielplätze, wie in der Erlenstraße beim BTS Neustadt, auf. Weitere Spielplätze befinden sich im Neustadtspark, der Hohentorsheerstraße und der Thedinghauser Straße. Die Angebote richten sich nach den Interessen der Kinder. Ihre Themen werden in ganzheitlichen Projekten aufgegriffen und ihnen werden so Zusammenhänge aufgezeigt.

Ab 11.30 Uhr wird das Mittagessen eingenommen. Das Tageskind sucht sich vor dem Mittagessen einen Tischspruch aus, der das gemeinsame Essen einleitet. Das ausgewogene Mittagessen liefert ein Cateringservice. Den Kindern sollen Achtung vor Nahrungsmitteln und Regeln bei den Mahlzeiten vermittelt werden. Um ca. 12.30 Uhr beginnt der Mittagsschlaf. Der Mittagsschlaf bzw. die Ruhepause dient der Erholung und Entspannung. Kinder, die den Mittagsschlaf nicht mehr benötigen, ruhen sich im Gruppenraum etwas aus. Mit einem Lied beginnt die gemeinsame Ruhephase, die nicht zuletzt dazu dient, die Bindung der Kinder untereinander und zum Betreuungspersonal zu stärken. Die eigene Bettdecke, das Lieblingskuscheltier und was sonst noch wichtig für das Kind ist, bedeuten ein Stück Vertrautheit und Sicherheit und erleichtern so das Einschlafen. Zum Ende des Kindergruppentages werden den Kindern noch Brot, Obst, Gemüse und Getränke gereicht. Bis 15.30 Uhr werden alle Kinder wieder abgeholt.

Regelmäßig gehen wir donnerstags zum Kindergruppenturnen des BTS Neustadt. Hier können die Kinder in Bewegungslandschaften ihre Geschicklichkeit und Bewegungsabläufe schulen und auch Spannungen motorisch abbauen. Um die motorischen, kognitiven, sprachlichen und kreativen Fähigkeiten zu bilden und zu fördern, werden den Kindern gezielte Angebote unterbreitet. Diese richten sich nach den Interessen und dem Entwicklungsstand der Kinder und sind oft saisonal abgestimmt. Die Kinder werden angeregt, an diesen Aktionen teilzunehmen, wer aber keine Lust hat, wird nicht zum Mitmachen gezwungen. Entscheidend ist die Freude und der Spaß am Tätigsein und nicht das Ergebnis. Mit dem Kinderbus und dem Viererbuggy oder zu Fuß sind wir fast täglich unterwegs, um Spielplätze in der Nähe aufzusuchen, frische Luft zu schnappen oder in der Pappelstraße, die sich in unmittelbarer Nähe befindet, einzukaufen. Die Kinder lernen so ihren Stadtteil kennen und machen erste Erfahrungen im Straßenverkehr. Außerdem nutzen wir unsere zentrale Lage als Ausgangspunkt für verschiedene Ausflüge.

Mit dem Kinderbus geht es zu Spielplätzen und auf Ausflüge im Stadtteil
Mit dem Kinderbus geht es zu Spielplätzen und auf Ausflüge im Stadtteil

2.2 Das Jahr bei den Schmetterlingen

In Bremen gibt es eine Vielzahl an Angeboten und Möglichkeiten für Kinder, gemeinsam die Welt zu entdecken. So führen uns Ausflüge z.B. in den Bürgerpark, zur Kinder- und Jugendfarm, in die Bücherei, zum Flughafen und auf den kleinen Freimarkt. Diese Ausflüge können Teil eines Projektes sein, das zu einem bestimmten Thema gestaltet wird.

Einmal im Jahr kommt eine Mitarbeiterin der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege zu Besuch, um den Kindern spielerisch die Notwendigkeit der Zahnpflege nahe zu bringen.

Gemeinsame Feiern sind ein fester Bestandteil des Kindergruppenjahres. Der Geburtstag hat eine besondere Bedeutung für die Kinder. An diesem Tag stehen sie im Mittelpunkt des Geschehens und entscheiden, wie ihr besonderer Tag gestaltet wird. Das Geburtstagskind bringt etwas Leckeres zum Frühstück mit, sucht sich die Spiele und Lieder aus und erhält ein Geschenk. Außerdem feiern wir ein Faschingsfest und gestalten einen Tag vor oder nach Ostern zum Thema. Das Laternenfest, die Weihnachtsfeier und ein Sommerfest bzw. -ausflug finden mit den Eltern und Geschwistern nachmittags statt.

Der Übergang in den Kindergarten ist ein wichtiges Ereignis für die älteren Kinder. Um diesen Wechsel zu erleichtern, versuchen wir nach Möglichkeit, ihre zukünftigen Einrichtungen zu besuchen und führen Gespräche darüber mit den Kindern. Sie werden mit einem „Abschiedskalender“ auf ihren letzten Tag als Schmetterling vorbereitet und mit einem Fest verabschiedet.

2.3 Die Eingewöhnungsphase

Für viele Kinder und auch deren Eltern stellt der Eintritt in eine Kindergruppe eine große Veränderung in ihrem Leben dar. Die Kinder, einige kennen bisher nur den Umgang mit Erwachsenen, müssen lernen, sich mit anderen Kindern zu verständigen und ihren Platz in der Gruppengemeinschaft zu finden. Hinzu kommt der Ablöseprozess von den Eltern, der sehr unterschiedlich verlaufen kann.

Um diesen Übergang für die Kinder zu erleichtern, erstellen die Eltern einen kleinen „Familienordner“, in dem für das Kind alle wichtigen Menschen, Tiere, Dinge und Orte aufgeführt werden können. Die neuen Kinder werden nacheinander aufgenommen und gewöhnen sich stundenweise an die anderen Kinder, die Betreuer*innen und Räume. Wir streben an, dem neuen Kind so viel Zeit zu geben, wie es braucht, damit es sich orientieren und ein Vertrauensverhältnis zu den Betreuer*innen aufbauen kann. Die Eltern sollten sich die ersten Wochen freihalten, um das Kind in diesem Prozess zu unterstützen. So lässt sich die Anwesenheit der Eltern schrittweise reduzieren. Dabei kommt es nicht darauf an, wie schnell diese Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist, sondern wie wohl sich das Kind dabei fühlt. Jedes Kind ist individuell. In der Eingewöhnungsphase brauchen Kinder, Eltern und die Betreuer*innen Zeit, um sich kennenzulernen. Diese wichtige Phase bereiten wir mit einem Aufnahmegespräch im Zuhause des Kindes und mit Schnuppernachmittagen vor.

Beim Aufnahmegespräch wird der Ablauf der Eingewöhnung besprochen, Fragen der Eltern geklärt und die Erzieher*innen erhalten Einblick in die bisherige Entwicklung des Kindes. Sie erleben das Kind in seiner vertrauten Umgebung, können evtl. erste Kontakte knüpfen und Rituale und Gewohnheiten erfragen, die die Eingewöhnung erleichtern können. Die Reihenfolge der Eingewöhnungen wird auf dem ersten Elternabend festgelegt, der vor dem Eintritt der neuen Kinder in die Gruppe stattfindet. Dort werden weitere wesentliche Dinge, wie die Brandschutzordnung, Strukturen der Gruppe und Fragen der Eltern geklärt. Außerdem dient er dem näheren Kennenlernen der Eltern und Mitarbeitenden.

Nach dem Ende der Eingewöhnungszeit wird der Verlauf dieser wichtigen Phase in einem Gespräch zwischen Erzieher*in und Eltern reflektiert. Die Eltern erfahren, wie sich ihr Kind in der Gruppe verhält, welche Interessen es entwickelt hat und können ihrerseits berichten, wie sie die Eingewöhnungsphase erlebt haben.

3. Unser pädagogischer Ansatz

3.1 Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder und Eltern

Um das Leben in der Gruppe harmonisch, transparent und gerecht zu gestalten, sind bestimmte Verhaltensregeln notwendig. Die Kinder, Betreuer*nnen und Eltern müssen diese Regeln akzeptieren, erfahren aber auch, dass sie veränderbar sind. Die Regeln werden den Kindern altersgemäß verständlich vermittelt. Wir setzen klare Grenzen und bieten den Kindern einen strukturierten Tagesablauf, der ihnen Verlässlichkeit bietet. Durch die Altersheterogenität in der Kindergruppe lernen die jüngeren von den älteren Kindern. Die großen Kinder lernen Rücksicht zu nehmen und zu helfen. Beteiligungsmöglichkeiten geben den Kindern und Eltern die Möglichkeit, aktiv am Kita-Geschehen teilzuhaben. Für die Kinder bedeutet Beteiligung, dass sie ihre Meinungen, Wünsche und Ideen äußern können. Wir schaffen Räume und Gelegenheiten, in denen sie ihre eigenen Erfahrungen machen und sich ausprobieren können. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Fähigkeit, ihre Meinung zu vertreten und die Meinungen anderer Kinder und Erwachsener wertzuschätzen und zu akzeptieren. Durch Mitbestimmung und Mitgestaltung erleben sie sich als aktiv handelnde Personen, tragen das Leben in der Gemeinschaft mit und können so ihre Selbstwirksamkeit erfahren.

Um dies zu ermöglichen, bieten wir verschiedene Formen der Beteiligung an. Wir nehmen ihre Vorschläge ernst und setzen sie, soweit möglich, um. Zudem legen wir Wert darauf, dass Kinder bei der Gestaltung des Alltags und der Planung von Aktivitäten mitwirken können.

Krippenkinder benötigen aufmerksame Erwachsene, die ihre Bedürfnisse und Signale wahrnehmen, respektieren und darauf eingehen.

Beispiele für konkrete Situationen, in denen Kinder bei uns Mitbestimmung erleben:

  • Das Tageskind entscheidet über das Morgenkreislied, den Tischspruch beim Mittagessen und das Schlaflied (diese sind alle als Karten visualisiert) und schaltet die Beleuchtung aus.
  • Jedes Kind entscheidet mit wem, was, wann, wo gespielt wird.
  • Das Geburtstagskind gestaltet seinen Tag mit der Auswahl von Morgenkreislied, Spielen und Liedern.
  • Im Morgenkreis wird oft abgestimmt, welcher Spielplatz aufgesucht wird oder ob ein Spaziergang unternommen wird.
  • Jedes Kind entscheidet, was und wie viel es isst und trinkt.
  • Jedes Kind entscheidet, ob es beim Angebot mitmacht.
  • Jedes Kind entscheidet, was es anzieht, wenn nicht das gesundheitliche Wohl des Kindes beeinträchtigt wird.
  • Jedes Kind entscheidet, ob es den Topf oder die Toilette nutzen möchte.
  • Jedes Kind entscheidet, ob es mit Zahnpasta putzen und welches Zahnputzlied es hören möchte.
  • Jedes Kind entscheidet, ob es schläft.

Eltern sind Expert*innen ihrer Kinder! Mit ihren Kompetenzen unterstützen sie das Team dabei, ihrem Kind die Entwicklungschancen zu geben, die es braucht, um sich bestmöglich zu entwickeln und sein Wohl zu gewährleisten. Begegnen wir uns mit Respekt und Wertschätzung und nehmen wir die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern ernst, unterstützen wir sie bei ihrem Erziehungsauftrag. Durch die gelebte Erziehungspartnerschaft haben wir diverse Möglichkeiten, Eltern am Leben in der Kita teilhaben zu lassen und in den Austausch zu kommen.

Beispiele für konkrete Situationen, in denen Eltern bei uns Beteiligung erleben:

  • Eltern gestalten die Eingewöhnung entscheidend mit.
  • Sie haben in unserem Verein Mitspracherecht/-pflicht in allen Belangen, sie sind Arbeitgeber.
  • Eltern können jederzeit Wünsche, Anregungen, Kritik und Beschwerden äußern.
  • Eltern gestalten die Bring- und Abholsituation mit.
  • Eltern gestalten Elterngespräche mit. Bei Problemen suchen Eltern und pädagogisches Personal gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten.
  • Eltern gestalten gemeinsame Feste mit.
  • Eltern entscheiden bei der Auswahl der Kleidung des Kindes.
  • Eltern entscheiden über die Schlafdauer ihres Kindes.
  • Eltern unterstützen das pädagogische Personal bei „Elterndiensten“.

3.2 Pädagogische Ziele

Das Wohl der Kinder, ihre psychische und physische Integrität stehen bei den Schmetterlingen im Vordergrund. Sie sollen zu sozialem Verhalten erzogen werden und Respekt vor anderen und dem Andersartigen vermittelt bekommen.

Die Individualität der Kinder, ihre Bedürfnisse und Interessen stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Sie werden als eigenständige Persönlichkeiten geschätzt und an Entscheidungen, Planungen und am Verlauf von Projekten beteiligt. Durch die Wertschätzung der eigenen Person und gleicher Rechte für alle Beteiligten wird das Demokratieverständnis der Kinder gefördert und sie erfahren ihre Selbstwirksamkeit. Die Kinder erfahren auf diese Weise, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, ihre Meinung respektiert wird und erlernen so Verantwortungsbewusstsein. Kinder sind unsere aktiv handelnden Partner*innen, deren Rechte uns stets bewusst sein müssen und die es zu wahren gilt. Grundlage des Miteinanderlebens in der Kindergruppe ist die Schaffung einer harmonischen, liebevollen und vertrauensvollen Atmosphäre, in der sich Kinder, Betreuer*innen und Eltern wohl fühlen. Der Gruppenalltag ist von einem strukturierten Tagesablauf geprägt, der so einen Rahmen bildet, der Sicherheit und Geborgenheit bietet. Durch die Altersheterogenität in der Kindergruppe lernen die jüngeren von den älteren Kindern – und auch umgekehrt. Die älteren Kinder wiederum erleben ein neues Lern- und Entwicklungsfeld, indem sie für die jüngeren Kinder häufig eine Vorbildfunktion einnehmen, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft entwickeln. Der kontinuierliche Kontakt fördert die soziale Kompetenz der Kinder und es können schon die ersten Freundschaften entstehen.

Ein Ziel der Kindergruppe Schmetterlinge ist es, die Persönlichkeit der Kinder zu stärken, damit sie sich als eigenverantwortlich handelnde Wesen wahrnehmen können. Die Kinder werden zur Selbsttätigkeit angeregt und können entscheiden, wann und von wem sie sich, wenn nötig, Hilfestellung holen. Sie erfahren KoDie Umgebung

flikte als Bestandteil von Beziehungen, entwickeln einen eigenen Standpunkt und lernen ihn zu vertreten. Dabei sind die Stärken der einzelnen Kinder in den Konfliktlösungsprozess mit einzubeziehen. Die Kinder erkennen, dass ihre eigenen Bedürfnisse den Interessen anderer Kinder entgegenstehen können; sie lernen, sich selbst mit ihren Gefühlen anzunehmen und diese auszudrücken. Es ist also von großer Wichtigkeit, die kommunikativen Fähigkeiten der Kinder zu stärken, um dieses Ziel zu erreichen. Die „Welt um uns herum“ zu entdecken, ist ein weiteres Ziel der Einrichtung. In Ausflügen und Projekten eignen sich die Kinder ihre Umgebung an und erfahren Zusammenhänge. So führen wir die Kinder an Alltagssituationen heran wie einkaufen, Bahn fahren oder den Zahnarztbesuch. Um diese Ziele zu erreichen, orientieren wir uns am Situationsansatz. Durch die Kommunikation mit den Kindern, ihre Beobachtung und die Einbeziehung der Kinder erfahren wir von den Bedürfnissen und Wünschen der Kinder und können gezielt darauf eingehen. Die Kinder erleben somit, dass sie ernst genommen werden und können mit unserer Unterstützung lernen, ihre Lebenssituation zunehmend selbstständig zu bewältigen. Kinder in diesem Alter bilden sich, indem sie sich aktiv mit ihrer persönlichen, gesellschaftlichen und materiellen Umwelt auseinandersetzen. Unsere Aufgabe ist es, den Kindern Zeit, Raum und Anregungen zu bieten, um ihre Umwelt zu begreifen, sich die Welt aktiv anzueignen. In Projekten bieten wir den Kindern die Möglichkeit, ganzheitlich zu lernen, d. h. wahrnehmen mit allen Sinnen und tätig sein. Über ihr aktives Tun, über das Spiel, eignen sie sich die Welt an.

3.2.1 Diversität und Inklusion

Das Ziel geschlechtersensibler Pädagogik ist das Hinterfragen und schlussendlich Überwinden geschlechts- und rollenspezifischer Klischees bzw. Stereotype. Wir möchten diesen Klischees und Vorurteilen, die Kinder häufig unbewusst einengen können, entgegensteuern und Mädchen und Jungen unabhängig ihres biologischen Geschlechts eine ganzheitliche Entwicklung all ihrer Fähigkeiten und Interessen ermöglichen. Wir wollen Kinder ermutigen, Seiten an sich zu entdecken und zu zeigen, die nicht den traditionellen Vorstellungen entsprechen, mit denen viele von uns aufgewachsen sind. Um die Kinder umfassend in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, ist es wichtig, im Team eine Sensibilität in Bezug auf Geschlechterstereotype zu entwickeln. Wir beziehen aktiv Stellung gegen sexistische, rassistische oder andersartige diskriminierende Äußerungen. Die Andersartigkeit jedes Einzelnen wird respektiert und geschätzt. Bei der Auswahl von Spielmaterial und Literatur achten wir auf Diversität und Lebenswirklichkeiten, damit die Kinder Erfahrungen mit anderen Religionen und Kulturen machen können. Inklusion bedeutet bei den Schmetterlingen Strukturen, die es allen Kindern ermöglicht, gemeinsam zu lernen und zu wachsen. Jeder ist willkommen, unabhängig von seinen individuellen Fähigkeiten, seiner Herkunft und seiner Religion, seines Geschlechts und möglichen Beeinträchtigungen. Die Umgebung muss nach Möglichkeit so angepasst werden, dass alle gleichberechtigt am Gruppenleben teilnehmen können. So werden soziale Kompetenzen gestärkt und der Respekt voreinander gefördert.

3.3 Übergreifende pädagogische Schwerpunkte

In Anwendung des „Bildungsplan 0–10“ der Senatorin für Kinder und Bildung aus dem Jahr 2025 bieten wir den Kindern in verschiedenen Bildungsbereichen vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten. Zwei Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit – das soziale Lernen, Spiel und Fantasie sowie der Umgang mit Digitalen Medien – wirken dabei übergreifend in alle Bildungsbereiche hinein und werden daher vorangestellt, bevor wir unsere konkrete Ausgestaltung der fünf Bildungsbereiche beschreiben.

3.3.1 Soziales Lernen

In der Kindergruppe gehen die Kinder neue wichtige Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern ein. Sie bekommen neue Strukturen und Regeln vermittelt und lernen Menschen aus anderen sozialen Umfeldern und Kulturen kennen.

Im sozialen Miteinander erkennen die Kinder, wann sie Rücksicht nehmen, die Bedürfnisse und Interessen anderer achten und respektieren sollten. Sie entwickeln die Fähigkeit, sich gleichberechtigt in eine Gruppe einzufügen, Kompromisse einzugehen und Absprachen einzuhalten. Gibt es beispielsweise Streit um ein Spielzeug, können die Kinder eine Sanduhr nutzen, um das Abgeben zu üben. Auch erfahren sie ständig Anregungen durch andere Kinder.

Wir…

  • unterstützen die Kinder bei der Ausbildung ihrer Persönlichkeit und fördern das soziale Miteinander.
  • leben den Kindern Toleranz im Umgang mit Menschen anderer Kulturen und verschiedenen Lebenssituationen vor.
  • bieten allen Kindern gleichwertige Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten.
  • achten religiöse Überzeugungen und moralische Werte und nehmen darauf Rücksicht.
  • machen den Kindern aufgestellte Regeln verständlich und verändern sie gegebenenfalls.
  • ermöglichen den Kindern bei der Wahrnehmung ihrer Geschlechterrolle neue Erfahrungen, damit sie flexibel mit der Zuweisung der Geschlechterrolle umgehen bzw. sie verändern können.
  • fördern individuelle Ressourcen der Kinder, damit sie Belastungssituationen aktiv bewältigen können.
  • nehmen philosophische Fragen (z. B. nach Gott, Tod) ernst und greifen sie auf.
  • erkunden gemeinsam unseren Stadtteil und unsere Heimatstadt, damit die Kinder einen Bezug zu ihrer Umgebung finden und sich zurechtfinden.
  • greifen Fragen nach gesellschaftlichen Zusammenhängen in Projekten auf und erforschen sie (z. B. Berufe der Eltern).
  • beteiligen die Kinder entsprechend ihrem Alter und ihrer Entwicklung an Entscheidungen des Gruppenalltags, der Planung und Durchführung von Projekten und Ausflügen und stärken so Selbstwirksamkeit und demokratische Erfahrungen.

Durch das Ermöglichen von durch uns unbeobachtete Situationen ermöglichen wir den Kinder soziales Lernen. Indem wir den Kindern unbeobachtete Situationen ermöglichen, können sie Konflikte eigenständig aushandeln. Auch das Erlernen und Verinnerlichen von Gruppenregeln lässt sich mit Kindern im Kontext unbeobachteter Rückzugsmöglichkeiten gut üben. Dadurch entwickeln sie früh ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und Verantwortungsbewusstsein.

3.3.2 Spiel und Fantasie

Über das Spiel eignen sich Kinder ihre Umwelt an und verarbeiten Gefühle, Erlebnisse und Erfahrungen. Sie verändern schöpferisch ihre Umgebung nach ihren Vorstellungen und entwickeln so Fantasie. Kinder lernen über das Spiel.

Unsere Aufgabe ist es…

  • den Kindern Raum und Zeit für das Spiel zu geben.
  • das Spiel der Kinder ernst zu nehmen.
  • die Kinder entscheiden zu lassen, was, mit wem und wie sie spielen wollen.
  • das Spiel durch die Raumgestaltung zu fördern, d. h. Möglichkeiten und entsprechendes Material zum Rollenspiel zur Verfügung zu stellen und Funktionsbereiche zu gestalten.
  • eine altersgemäße Spielzeugmenge und -auswahl anzubieten.
  • Spielimpulse zu setzen und als Spielpartner*in zur Verfügung zu stehen.
  • die Kinder an Regelspiele heranzuführen.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Freispiel zu: Im Freispiel lernen Kinder, Zusammenhänge herzustellen und Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu verstehen, wodurch sie ihre kognitiven Fähigkeiten verbessern. Auch soziale Kompetenzen wie teilen, abwechseln, kommunizieren und empathisch sein werden im Freispiel gefördert. Es ermöglicht den Kindern, ihre Umwelt auf selbstbestimmte Art und Weise zu erkunden und eigene Entscheidungen zu treffen, was sich positiv auf ihr Selbstbewusstsein auswirkt. Das Freispiel wird dadurch zu einem essenziellen Bestandteil ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

3.3.3 Digitale Medien

Der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien und die Förderung von Medienkompetenz bei Kindern sind zentrale Aspekte des Kinderschutzes. Indem pädagogische Fachkräfte die Kinder begleiten, Grenzen setzen und in den Dialog treten, unterstützen sie die Kinder dabei, einen gesunden und reflektierten Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Kinder sind nicht dazu in der Lage, ihren Medienkonsum eigenständig zu regulieren oder bewusst einzusetzen. Es liegt in der Verantwortung der Erwachsenen, die Kinder hier zu begleiten. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und deren Unterstützung durch die Mitarbeiter*innen wird gewährleistet, dass Kinder in ihrer Mediennutzung begleitet und geschützt werden. Im Kindergruppen-Alltag nutzen wir täglich Bücher und oft den CD-Player bzw. Bluetooth-Lautsprecher für Musik oder Hörspiele. Das Laptop bzw. das Internet wird nur bei ausgewählten Angeboten, um den Wissenshorizont der Kinder zu erweitern, eingesetzt. Zum Beispiel können Kinder nach Fotos oder Geräuschen am Laptop suchen oder einen kleinen passenden Film ansehen. Sie können auch in geeigneten Momenten Fotos mit dem Handy machen. Wir nehmen unsere Verantwortung wahr, indem wir mit den Kindern über digitale Medien sprechen und deren Bedeutung thematisieren. Es ist wichtig, dass beispielsweise Charaktere aus Fernsehserien ihren Platz im Alltag der Kita finden dürfen. Nur so können die Mitarbeiter*innen mit den Kindern ins Gespräch kommen und gemeinsam mit ihnen über das Gesehene und Erlebte reflektieren. Auf diese Weise kann das Thema digitale Medien auf lebensweltorientierte Weise in die Kindergruppe integriert werden.

Wir legen Wert darauf, einen bewussten und kritischen Medienkonsum vorzuleben, wozu auch gehört, das eigene Konsumverhalten zu überdenken.

3.4 Bildungsbereiche nach dem Bildungsplan 0–10 Jahre

Im Folgenden beschreiben wir, inwiefern wir den Kindern in Anwendung des „Bildungsplan 0–10 Jahre“ vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten in den fünf zentralen Bildungsbereichen ermöglichen:

3.4.1 Sprache

Bevor Kinder sprechen können, kommunizieren sie nonverbal; der Spracherwerb ermöglicht ihnen, Beziehungen auf einer neuen Ebene aufzubauen. Sprache ist zugleich ein wesentlicher Schlüssel zur Teilhabe an unserer Gesellschaft, weshalb ihre Förderung ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist. Die Kinder lernen, sich selbst, ihre Bedürfnisse und Empfindungen mitzuteilen, und erwerben so die Fähigkeit, ihren Krippenalltag zunehmend aktiv mitzugestalten. Wir nehmen die Kinder in ihrem sprachlichen Entwicklungsprozess ernst, begleiten sie einfühlsam und beziehen dabei ihre persönlichen Voraussetzungen, etwa eine in der Familie gelebte Mehrsprachigkeit, in unsere Arbeit ein. So bereiten wir sie bestmöglich auf die verbale Teilhabe auch über die Krippenzeit hinaus vor.

Viele Lernsituationen sprachlicher Kompetenz entstehen im kindlichen Spiel von selbst, etwa im Rollenspiel oder in der Aushandlung von Konflikten. Auch verstehen wir uns als Erziehende als Vorbilder für die Kinder der Gruppe – nicht nur zur Verankerung von Sprache im Alltag, sondern auch hinsichtlich der Einführung von Schrift als Element sprachlicher Entwicklung. Das händische Schreiben vorbildhaft zur Normalität werden zu lassen und so Interesse an Schrift zu wecken, ist ebenso Teil unserer Arbeit wie die Beschriftung von Möbeln und Spielzeugen, das Aufgreifen der Namen und Anfangsbuchstaben der Kinder und das Bereitstellen von Büchern zur selbstständigen Nutzung. Hand in Hand damit geht das Interesse am Lesen, das wir durch aktive Bilderbuchbetrachtungen und regelmäßiges Vorlesen fördern.

Bücher zum selbstständigen Entdecken und Vorlesen
Bücher zum selbstständigen Entdecken und Vorlesen

Unsere pädagogischen Ansätze sind handlungsorientiert und eigentätig ausgerichtet: Sprache lernt sich am besten im sozialen Miteinander, weshalb die Kompetenzen dieses Bildungsbereichs schon in der Krippe eng mit dem sozialen Lernen verwoben sind. Darüber hinaus beobachten und dokumentieren wir die sprachlichen Fertigkeiten der Kinder, um ihre individuellen Ressourcen zu verstehen, auf ihnen aufzubauen und entstehende Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen – im Sinne einer langfristigen gesellschaftlichen Teilhabe in Kita, Schule und darüber hinaus.

Wir…

  • nehmen nonverbale Signale der Kinder wahr und gehen darauf ein.
  • hören den Kindern aufmerksam zu und stärken so ihre Zuhörkompetenz, etwa durch das Erzählen von Geschichten (u. a. im Kamishibai), gemeinsame Morgenkreisgestaltung oder Hörspiele.
  • begleiten Tätigkeiten, Pflege- und Spielsituationen sowie Mahlzeiten sprachlich.
  • schaffen sprachanregende Situationen und ein anregendes Sprachklima, dass die Kinder ermuntert, Erlebnisse mitzuteilen sowie Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.
  • lesen Bücher/Geschichten vor und führen Fingerspiele, Lieder und Reime ein.
  • kontrollieren stets unsere eigene Sprechweise und Wortwahl und begleiten das Sprechen gestisch und mimisch.
  • machen händisches Schreiben und die Beschriftung von Möbeln, Spielzeugen und Namen zur Normalität, um früh Interesse an Schrift zu wecken.
  • beobachten und dokumentieren die sprachliche Entwicklung jedes Kindes, um individuell darauf eingehen zu können.
3.4.2 Mathematik

Bereits im Krippenalter entwickeln Kinder erste Vorstellungen von Formen, Mengen und Zahlen. Das frühe mathematische Lernen zielt vor allem darauf ab, Gelegenheiten für eine bewusste Auseinandersetzung mit mathematischen Aspekten von Spiel- und Alltagssituationen zu nutzen und zu schaffen. Der Aufbau von Mengen- und Zahlvorstellungen beginnt sehr früh: Die Kinder lernen bei uns bereits im Krippenalter das Aufsagen der Zahlwortreihe. Das Zählen von Objekten sowie das Vergleichen kleiner Mengen (mehr, weniger, gleich viel) bauen wir gut in den Alltag ein und begleiten es sprachlich. Auch die Größeneinheit der Länge wird von den Kindern schon früh wahrgenommen; Unterschiede lassen sich anschaulich vergleichen, indem Objekte nebeneinandergelegt oder der Länge nach geordnet werden. Deutlich schwieriger nachzuvollziehen ist die Maßeinheit der Zeit. Da wir als Erwachsene im Umgang mit Kindern oft unbewusst abstrakte Zeitbegriffe verwenden (z. B. „nur noch ein paar Minuten“), versuchen wir, Zeitspannen bewusst erlebbar zu machen – etwa indem wir erfahrbar machen, wie lange sich der Morgenkreis, das Frühstück oder das Zähneputzen anfühlt, und dies sprachlich mit vergleichenden Begriffen wie „länger“, „kürzer“, „schneller“ oder „langsamer“ begleiten. Auch den Umgang mit Geldwerten lernen die Kinder bei uns früh und spielerisch kennen, etwa über erste „Transaktionen“ im Spielladen, wobei die konkreten Beträge zunächst keine Rolle spielen und erst mit der Zeit realistischer werden. Räumliche Orientierung und räumliches Vorstellungsvermögen entwickeln die Kinder parallel zu ihren motorischen Kompetenzen. Wir begleiten diesen Prozess sprachlich durch die Nutzung passender Präpositionen (Wer sitzt neben dir? Was liegt auf dem Kissen, was unter dem Stuhl?) und machen die Kinder auf Größenvergleiche, Mengen und Zahlen aufmerksam, indem wir genaue Bezeichnungen für Raumverhältnisse benutzen. Auch die Auge-Hand-Koordination spielt für die räumliche Wahrnehmung eine entscheidende Rolle und wird durch Aktivitäten wie Schneiden, Perlenfädeln oder das Nachfahren von Linien mit dem Finger oder einem Stift gefördert.

3.4.3 Ästhetische Bildung

Durch ästhetische Bildungsangebote ermöglichen wir den Kindern sinnliche und sinnhafte Erfahrungen. Sie können sich ihre Welt in produktiven Prozessen ideenreich und ästhetisch forschend erschließen und sich in ihrer Umgebung orientieren. Damit legen wir den Grundstein für Schlüsselkompetenzen, die für erfolgreiche Lernprozesse sowie die persönliche und berufliche Entwicklung von zentraler Bedeutung sind: Die Kinder entwickeln Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Wirksamkeit des eigenen Handelns, lernen ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und eine eigene Meinung zu bilden. Sie üben sich darin, ausdauernd, konzentriert und zielgerichtet zu arbeiten, entwickeln Interessen und zeigen Initiative. Zugleich werden soziale Kompetenzen vermittelt: Die Kinder lernen zu kooperieren, entwickeln Respekt, Toleranz und Empathie sowie einen angemessenen Umgang mit Konflikten. Schon früh machen Kinder durch die spielerisch-kreative Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt erste ästhetische Erfahrungen. Es ist unsere Aufgabe, im Alltag künstlerisch motivierte Impulse zu setzen und die Kinder bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu selbstständigem Handeln und kreativem Können zu unterstützen. Durch Beobachtung und deren Auswertung erlangen wir Informationen zum Entwicklungsstand und den Interessen der Kinder und können so herausfordernde und passgenaue Lern- und Spielanregungen entwickeln. Je nach Fähigkeiten und Interessen bieten wir den Kindern verschiedene Wege, an künstlerische Techniken und Grundkenntnisse herangeführt zu werden – stets so, dass sie ihre individuellen Interessen, Ausdrucksbedürfnisse, Ideen und Vorstellungen einbringen können.

Musik

Rhythmus und Musik sprechen Gefühle an und bringen diese zum Ausdruck; die Verbundenheit mit der sozialen Gruppe wird dabei gefördert. Musik unterstützt die emotionale, kognitive und soziale Entwicklung der Kinder und trägt so zu einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung und emotionalen Stabilisierung bei.

Wir…

  • bauen Rhythmik und Musik in den Kindergruppenalltag ein, oft saisonal abgestimmt, und bieten Musikinstrumente zum gemeinsamen Musizieren an.
  • bieten unterschiedliche Klangquellen und Höranregungen, damit sich die Kinder dem musikalischen Phänomen zuwenden und aktiv darauf reagieren können.
  • singen im Tagesablauf und ermöglichen es den Kindern, beim Singen eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, zu erproben und zu erweitern.
  • lassen die Kinder mit Musikinstrumenten experimentieren, die sie frei oder rhythmisch-metrisch gebunden einsetzen, und stellen ihnen verschiedene Musikgenres und -stile vor.
  • bieten Kreis-, Finger- und Bewegungsspiele sowie Klanggeschichten an, die der Schulung des Gehörs dienen.
  • verknüpfen musikalische Impulse mit und ohne Materialien mit Bewegungen und setzen sie in Szenen um; auch freie und gebundene Tanzformen zu Musik und Liedern gehören dazu.
  • bieten die Möglichkeit, Ton- und Geräuschmaterial auszuprobieren und stimmlich, instrumental oder in Bewegung umzusetzen.
  • lernen gemeinsam zu musizieren und dabei aufeinander zu hören.
  • pflegen musikalische Rituale, z. B. im Morgenkreis und an Geburtstagen, und starten das Mittagessen mit einem Tischspruch, den sich das Tageskind aussuchen darf.

Bildende Kunst

In der Auseinandersetzung mit verschiedensten Materialien erkunden die Kinder deren Beschaffenheit. Sie erfahren, wie sie Gegenstände herstellen, bearbeiten und verändern oder Räume umgestalten können.

Wir…

  • bieten unterschiedliche Materialien zum Untersuchen, Erforschen und für vielfältigste Sinneserfahrungen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Bewegungssinn) beim kreativen Handeln an.
  • ermöglichen es den Kindern, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und biografische Erlebnisse im gestalterischen Prozess wahrzunehmen.
  • fördern die Feinmotorik und die Koordination der Sinneswahrnehmung durch geeignetes Material und bieten den Kindern jederzeit die Möglichkeit und das Material zum Malen und Zeichnen.
  • lassen die Kinder mit verschiedenen Zeichen- und Malwerkzeugen sowie Werkstoffen experimentieren, sodass sie malen, zeichnen, kleben, schneiden, collagieren, drucken, plastisch und skulptural gestalten, bauen und konstruieren können.
  • ermöglichen es den Kindern, Spuren und Abdrücke mit Händen, Füßen und Naturmaterialien zu sammeln und festzuhalten.
  • stellen verschiedene Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks vor (formen, konstruieren, rekonstruieren, evtl. mit Werkzeug) und ermöglichen das „Arbeiten“ an einem Objekt über mehrere Tage.
  • gestalten Räume mit den Kindern um, etwa Fenster und Räume, die spielerisch genutzt werden.
  • präsentieren und dokumentieren die entstandenen „Produkte“ und Werke, wodurch die Kinder Wertschätzung erfahren.

Darstellende Künste

Im Rollenspiel setzen sich die Kinder mit ihrer Realität auseinander, verwandeln sich selbst und Räume und machen erste Erfahrungen mit dem Körperausdruck und dessen Wirkung.

Wir…

  • bieten unterschiedliche Übungen und Bewegungsspiele an, mit denen die Kinder ihr Bewegungsrepertoire erweitern (Mimik, Gestik, Fortbewegungsarten).
  • unterstützen die Kinder dabei, den eigenen Körper und seine Grenzen kennenzulernen und Stimme und Körper als Ausdrucksmittel zu entdecken.
  • ermöglichen erste Erfahrungen mit Theaterstücken, indem die Kinder zuschauen oder auch selbst agieren.
3.4.4 Sachbildung

Kinder sind aktive Gestalter ihrer eigenen Bildungsprozesse. Lernen geschieht bei ihnen durch Entdecken, Forschen, Beobachten und Ausprobieren, wobei die Interessen und Fragen der Kinder den Ausgangspunkt für unsere Bildungsangebote bilden. Sie eignen sich ihre soziale, natürliche und materielle Umwelt aktiv an, erleben dabei Selbstwirksamkeit und sammeln eigene Erfahrungen. Dieses ganzheitliche Lernen mit allen Sinnen findet vor allem in alltäglichen Situationen und im Spiel statt; Partizipation und Mitbestimmung werden dabei von Anfang an gefördert, sodass Neugier, Freude am Entdecken und individuelle Entwicklungswege unterstützt werden.

Das Interesse der Kinder für Tiere, Pflanzen, Naturerscheinungen, Elemente und Technik ist im Kleinkindalter oft groß. Ihr Verständnis dafür wächst mit den Erfahrungen, Erforschungen und Experimenten, die sie machen können: Die Kinder entdecken ihre Umwelt aktiv, entwickeln eigene Fragen und suchen gemeinsam nach Erklärungen und Zusammenhängen.

Wir…

  • greifen die Fragen, Interessen und Entdeckungen der Kinder auf und begleiten sie dabei, ihre Umwelt durch Bildungsangebote und Projekte aktiv zu erforschen sowie Zusammenhänge zu entdecken.
  • fördern die Freude am Beobachten, Forschen, Entdecken und Experimentieren und unterstützen die Kinder dabei, eigene Erfahrungen zu sammeln, Vermutungen zu äußern und Zusammenhänge zu erkennen.
  • bieten Möglichkeiten, die Natur zu beobachten und zu erforschen, sinnliche Erfahrungen zu machen und biologische Zusammenhänge zu erkennen (z. B. das Wachsen von Pflanzen, die Entwicklung von Tieren).
  • ermöglichen den Kindern, Elemente wie Wasser zu erforschen, sowie erste Erfahrungen mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten (z. B. ein hoher Turm), chemischen Prozessen (z. B. selbst gemachte Knete) und technischen Geräten (z.B. ein Ventilator) zu machen.
  • greifen Fragen der Kinder auf, besprechen sie und suchen gemeinsam – etwa in Projekten – nach Lösungen und Zusammenhängen.
Die Kinder beobachten, wie Pflanzen wachsen und sich entwickeln
Die Kinder beobachten, wie Pflanzen wachsen und sich entwickeln
3.4.5 Bewegung

Körperliche Bewegung ist die Grundlage der Entwicklung von Kindern. So erkunden sie ihre Umgebung und entwickeln erste Vorstellungen ihrer eigenen Person; Bewegung ist die wesentliche Grundlage für Wahrnehmung und liefert wichtige Sinneseindrücke. Für Kinder im Krippenalter stehen dabei vor allem spielerische Bewegungserfahrungen sowie die Entwicklung grundlegender motorischer Fähigkeiten im Vordergrund. Durch vielfältige Bewegungsangebote wie Krabbeln, Klettern, Laufen und Balancieren lernen die Kinder ihren Körper kennen, sammeln erste Bewegungserfahrungen und stärken gleichzeitig ihre sozialen Kompetenzen, ihr Selbstvertrauen sowie ihre Selbstständigkeit.

Wir…

  • gehen mit der Kindergruppe einmal wöchentlich zum Kinderturnen von BTS Neustadt e.V.
  • gestalten unsere Räume so, dass sie die Kinder durch verschiedene Materialien, Ebenen und Matten zur Bewegung einladen.
  • fordern und fördern die Nah- und Fernsinne der Kinder durch Spiele.
  • bieten Spaziergänge, Ausflüge und Spielplatzbesuche an und integrieren Bewegungsabläufe in den Alltag.
  • achten auf eine gesunde Ernährung der Kinder.

Im Folgenden werden die Schwerpunkte sowie ausgewählte Bewegungs- und Lernerfahrungen beschrieben, die die Kinder der Schmetterlingsgruppe im Verlauf ihrer Krippenzeit sammeln und weiterentwickeln.

Schaumstoffbausteine laden zu vielfältigen Bewegungserfahrungen ein
Schaumstoffbausteine laden zu vielfältigen Bewegungserfahrungen ein

Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten ausprägen

Die Kinder…

  • gehen und laufen barfuß auf unterschiedlichen Untergründen.
  • rutschen und krabbeln durch einen Tunnel.
  • ahmen Tiere durch Bewegung nach.

Das Spielen entdecken und Spielräume nutzen

Die Kinder…

  • spielen kurze Bewegungsspiele mit.
  • bewältigen Ausflüge in ihrer näheren Umgebung zu Fuß.
  • spielen Bewegungs- und Tanzspiele.

Laufen, Springen, Werfen

Die Kinder…

  • gehen, laufen und hüpfen auf unterschiedlichen Untergründen.
  • werfen aus unterschiedlichen Positionen sowie werfen und rollen sich etwas zu.
  • bewältigen unbekannte Hindernisparcours.

Bewegen an Geräten

Die Kinder…

  • erfahren ihr Gleichgewicht auf unterschiedlichen Geräten und entdecken diese.
  • krabbeln, gehen und balancieren auf, in oder über Geräten.
  • experimentieren mit Kleingeräten wie Bällen, Reifen und Tüchern.
  • liegen in Schaukelelementen, schaukeln selbst oder lassen sich schaukeln.

Gleiten, Fahren, Rollen

Die Kinder…

  • entdecken unterschiedlich fahrbare Geräte.
  • fahren auf Rollbrettern mit unterschiedlichen Körperpositionen.

Spielen in und mit Regelstrukturen

Die Kinder…

  • sammeln vielfältige räumliche, zeitliche und materielle Spielerfahrungen.
  • spielen kurze Bewegungsspiele aktiv mit.
  • lernen das Loslassen und Verlieren.

Gestalten, Tanzen, Darstellen

Die Kinder…

  • entdecken verschiedene Ruhepositionen.
  • bewegen sich frei zu Musik und nutzen dabei den ganzen Raum.
  • stellen unterschiedliche Rollen körperlich dar, z. B. Figuren, Personen oder Tiere.

4. Unser Team

Die Kinder werden von drei pädagogischen Fachkräften sowie einem jungen Menschen im freiwilligen sozialen Jahr (FSJ/BFD) betreut. Zusätzlich bietet der Verein Praktikant*innen die Möglichkeit, einen Einblick in den Arbeitsalltag einer Kleinkindgruppe zu erhalten.

Zu den pädagogischen Aufgaben der Mitarbeiter*innen gehören die Reflexion der täglichen Arbeit, das kritische Umgehen mit Konfliktsituationen, das individuelle Eingehen auf das Befinden der einzelnen Kinder, das Beeinflussen gruppendynamischer Prozesse sowie eine regelmäßige Einzelbeobachtung. In regelmäßigen Teambesprechungen planen die Mitarbeiter*innen die Aktivitäten der Gruppe und berücksichtigen dabei nach Möglichkeit die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und Eltern. Die Angebote werden im Team vorüberlegt, einzelne Aufgaben verteilt und die Aktion anschließend reflektiert. In den Teambesprechungen und Reflexionsgesprächen wird auch auf die Arbeitssituation der FSJler*innen / BFDler*innen eingegangen, um ihnen zum Beispiel Hilfestellungen bei kritischen Situationen im täglichen Umgang mit den Kindern geben zu können. Die Besprechungen und organisatorischen Tätigkeiten werden weitgehend in der Vorbereitungszeit wahrgenommen, die den Mitarbeiter*innen je nach Arbeitsvertrag zusteht.

Die Kinder werden regelmäßig beobachtet, um Interessen, Wünsche, Bedürfnisse und ihr Wohlbefinden festzustellen. Beobachtungen werden schriftlich festgehalten, so können Entwicklungsverläufe der Kinder verfolgt und überblickt werden. Diese Dokumentationen sind Grundlage von Planungen, Teambesprechungen und Elterngesprächen. Aus den Beobachtungen entwickeln die Betreuer*innen sog. „Lerngeschichten“ (vgl. in der Fachliteratur Margret Carr u.a.), die den Kindern und ihren Familien vorgestellt werden. Bei diesem Gespräch, das i.d.R. einmal im Jahr stattfindet, wird den Eltern auch der Entwicklungsstand ihres Kindes mitgeteilt und sie erfahren Einzelheiten über sein Verhalten in der Kindergruppe. Grundlage des Entwicklungsgespräches ist der Portfolio-Ordner, den jedes Kind erhält. In ihm werden vom ersten bis zum letzten Tag Fotos, Kunstwerke, Zitate, Lieder und Fingerspiele gesammelt und Entwicklungsschritte festgehalten.

Darüber hinaus stehen Eltern und Mitarbeiter*innen beim Bringen und Abholen der Kinder in regelmäßigem Austausch über aktuelle Ereignisse im Leben des Kindes (Tür- und Angelgespräche). Die Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, bei Bedarf einen Gesprächstermin zu erhalten. Ein Gruppentagebuch informiert die Eltern über das Tagesgeschehen, ebenso Fotos und Videos, welche den Eltern per USB-Stick zur Verfügung gestellt werden. Das Einverständnis für die Durchführung der Lern- und Entwicklungsdokumentation wird durch den Betreuungsvertrag geregelt.

Die Mitarbeiter*innen werden dazu aufgefordert und ihnen wird die Möglichkeit eingeräumt, regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen z.B. beim Verbund Bremer Kindergruppen e.V. oder an von der Stadt Bremen organisierten Fortbildungen teilzunehmen. Neben den vorgeschriebenen regelmäßigen Kursen zur 1. Hilfe, Brandschutz und Kinderschutz können dies Seminare zu pädagogischen oder zur persönlichen Weiterentwicklung sein. Es stehen ihnen mindestens fünf Tage zur Verfügung.

5. Ohne Eltern geht es nicht

Der Verein „Kindergruppe Schmetterlinge e.V.“ ist eine Elterninitiative und versteht sich auch als solche. Daraus ergibt sich für alle Eltern das Recht und die Pflicht, sich aktiv an der Kinderbetreuung und deren Konzeption zu beteiligen. Die Eltern bzw. die Familien werden größtmöglich in den Alltag der Gruppe einbezogen. Dies geschieht z.B. über

  • Gespräche zwischen Betreuer*innen und Eltern beim Bringen bzw. Abholen der Kinder oder zu abgesprochenen Terminen.
  • den Austausch der Eltern untereinander.
  • Absprachen mit Hilfe des Messenger-Dienstes Signal, durch den Eltern und Team miteinander im Austausch stehen.
  • verpflichtende Elterndienste und Aufgaben innerhalb des Vereins.
  • die Möglichkeit der Eltern, den Alltag der Kindergruppe mitzugestalten.
  • das Aufgreifen aktueller Themen in der Gruppe (z.B. Geburt, Sterben, etc.).
  • gemeinsame Feste und Fahrten (z.B. Laternelaufen, Weihnachtsfeier, Wochenendausflug, Sommerfest).
  • Beachtung der Kindergruppenregeln.

5.1 Erziehungspartnerschaft

Das Ziel der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erzieher*innen ist eine gut funktionierende Erziehungspartnerschaft. Durch einen kontinuierlichen Austausch zwischen Eltern und Erzieher*innen können Veränderungen und Entwicklungen beim Kind beobachtet werden. So lernen Erzieher*innen das Kind und seine Lebenssituation näher kennen, Verhaltensweisen können besser erklärt und eingeschätzt werden. Beide Partner*innen können das Kind an den verschiedenen Orten unterstützen – jeder auf seine Weise – und sich dabei ergänzen.

5.2 Eltern in der Kindergruppe

Alle Eltern sind herzlich eingeladen, den Alltag der Kindergruppe nach ihren Möglichkeiten mitzugestalten. Dies kann die Teilnahme am Freimarktbesuch, eine Einladung zum Frühstück oder Ähnliches sein. Eltern, Kinder und Mitarbeiter*innen treffen sich gemeinsam zum Laternelaufen, zur Weihnachtsfeier und zum Sommerfest. Sind die Eltern während der Bring- und Abholzeit in den Räumen der Kindergruppe anwesend, haben sie offiziell die Aufsicht über die Kinder.

5.2.1 Eltern(bereitschafts)dienste

Die Eltern helfen bei personellen Engpässen in der Kindergruppe aus, damit die Gruppe nicht geschlossen werden muss. Diese Bereitschaftsdienste kommen in Fällen einer unvorhergesehenen und unabweisbaren Abwesenheit einer Fachkraft zum Einsatz (wenn aufgrund von Urlaub, Fortbildungen, Krankheit etc. zu wenige Betreuungspersonen anwesend sind). In solchen Notfällen ist es möglich, die Kindergruppe auch nur mit einer Fachkraft zu öffnen. In diesem Fall müssen zwei Elternteile diese Fachkraft unterstützen. Bei längerem Ausfall von pädagogischen Fachkräften bzw. wenn eine Stelle nicht besetzt werden kann, muss das Landesjugendamt informiert werden und ein Vertretungsplan erstellt werden. Für die Eltern bietet sich dadurch auch die Chance, den Alltag ihres Kindes in der Gruppe direkt zu erleben. Der Dienst soll mit vollem Engagement und großer Aufmerksamkeit für alle Kinder der Gruppe verbracht werden. Die Planung der Elternbereitschaftsdienste erfolgt einen Monat im Voraus. Derzeit werden zwei bis drei Elternbereitschaftsdienste von jeder Familie im Monat übernommen. Die Übernahme der Elterndienste ist verbindlich. Ist die Familie verhindert, muss sie für Ersatz sorgen.

5.3 Die Elterninitiative

Die Elterninitiative ist verpflichtet, sich selbst zu organisieren. Um ein harmonisches Miteinander in der Kindergruppe zu gewährleisten, müssen sich alle Eltern aktiv in den Verein einbringen und bestimmte Aufgaben übernehmen.

In der Regel findet alle sechs bis acht Wochen ein Elternabend statt. Die Teilnahme an den Elternabenden ist für jeweils ein Elternteil verpflichtend, denn dort werden wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Kindergruppe getroffen. Die Elternabende haben einen hohen Stellenwert, um Kontakt miteinander zu halten und Informationen austauschen zu können. Im Notfall kann die Teilnahme online erfolgen. In der Regel nehmen die Betreuer*innen an den Elternabenden teil, um einen Austausch zwischen Eltern und Betreuer*innen zu gewährleisten. Organisatorische und pädagogische Themen werden so für alle transparent besprochen und protokolliert. In der Jahreshauptversammlung wird der alte Vorstand entlastet und ein neuer Vorstand gewählt.

5.3.1 Verantwortung für Verein, Räumlichkeiten und Mitarbeiter*innen

Innerhalb des Vereins gibt es sog. „große“ konstante Aufgaben (1. und 2. Vorsitz und Kassenwart) und „kleine“ Aufgaben (Hausmeister-*innen-Tätigkeit, Handkasse, Öffentlichkeitsarbeit, Schriftführer*in, Geschenkedienst etc.), die auf alle Eltern verteilt werden. Diese müssen den Aufgaben zuverlässig nachkommen. Die Eltern erklären mit dem Beitritt ihre Bereitschaft, verpflichtende Aufgaben und wichtige Funktionen im Verein zu übernehmen. Die Eltern – der Vorstand ausgenommen – waschen im Wechsel die Wäsche. Auch die Eltern sind dafür zuständig, dass die Räumlichkeiten am Ende des Tages in einem ordentlichen Zustand hinterlassen werden. Das Putzen der Räume fällt aktuell nicht in die Zuständigkeit der Eltern. Ziel aller Eltern sollte es sein, dass ihr Kind die Räumlichkeiten und die Gruppe nach zwei Jahren verlässt und ein neues Kind zumindest die gleichen, wenn nicht noch bessere Bedingungen vorfindet. Die Eltern leisten daher mindestens einen Arbeitseinsatz pro Jahr, um die Räumlichkeiten in Stand zu halten. Die Räumlichkeiten und das Eigentum der Gruppe können nach Absprache mit Eltern und Betreuer*innen auch außerhalb der offiziellen Zeit genutzt werden, z.B. um Kindergeburtstage zu feiern oder Elterncafés durchzuführen. Dafür gibt es einen Belegungsplan.

Der Verein ist gegenüber den Mitarbeiter*innen Arbeitgeber und damit u. a. zuständig für die Überweisung der Gehälter und Sozialabgaben sowie die Genehmigung von Urlaub. Der aus dem Kreis der Eltern gewählte Vorstand ist verantwortlich für die Organisation und die Sicherstellung der Kinderbetreuung. Er betreut die Mitarbeiter*Innen und führt notwendige Bewerbungsgespräche, hält Kontakt zu Behörden und beantragt Fördergelder und sonstige Zuschüsse.

5.3.2 Buch- und Aktenführung

Die finanzielle Buchführung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verbund Bremer Kindergruppen e.V. e.V., welcher die Jahreshaushaltsplanung, -überwachung und -abrechnung sowie die Personalabrechnung intern übernimmt. Da wir durch das Amt für soziale Dienste in Bremen bezuschusst werden, sind wir verpflichtet, alle Zuschüsse, Abrechnungen und Transaktionen nachzuweisen. Alle Akten mit sensiblen Daten, wie Kinder- und Personalakten, werden verschlossen in einem sachgerechten Schrank aufbewahrt. Durch die Melde- und Dokumentationspflicht gemäß § 47 SGB VIII sind wir verpflichtet, Vorfälle, die das Wohl der Kinder gefährden könnten, Personalmeldungen, personelle Engpässe, gravierende Vorfälle und Unfälle unverzüglich dem Landesjugendamt bzw. der zuständigen Stelle zu melden. Die Dokumentationspflicht beinhaltet u. a. die Archivierung aller relevanten Aufzeichnungen zur Gruppenbelegung, Personalführung, Arbeitszeitnachweise, Entwicklungsdokumentation, Daten der Kinder bzw. der Familien, Unterlagen zur Arbeitssicherheit und Buchhaltung. Die Verarbeitung, Speicherung und Weitergabe von Daten erfolgt unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben. Die Dokumente werden gemäß der gesetzlichen Vorgaben aufbewahrt. Anschließend werden sie datenschutzgerecht vernichtet. Dies gilt ebenfalls für Fotos, Ton- und Filmaufnahmen. Die Speicherung und Weitergabe von Fotos, Ton und Filmaufnahmen der Kinder erfolgt nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Die Datenverarbeitung erfolgt auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 der DSGVO. Zudem gilt das Ortsgesetz zur Aufnahme von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege der Stadtgemeinde Bremen (BremAOG), das Bremische Tageseinrichtungs- und Kindertagespflegegesetz (BremKTG) sowie das Sozialgesetzbuch VIII und X und das Bremische Ausführungsgesetz zur EU-Datenschutz-Grundverordnung. Bei Prüfungen durch das Landesjugendamt und anderer Aufsichtsbehörden sind wir verpflichtet, Einsicht in alle relevanten Unterlagen zu gewähren.

6. Unsere Kontakte zu anderen Institutionen

Die Kindergruppe Schmetterlinge e.V. ist Mitglied im Verbund Bremer Kindergruppen e.V., der uns in pädagogischen, finanziellen und organisatorischen Fragen berät, Personal vermittelt, Seminare und pädagogische Treffen für das Personal und Eltern anbietet. Seit 2011 macht der Verein beim Projekt „TräGA“ mit. Bei diesem Projekt unterstützt der Verbund durch gezielte Beratung, Maßnahmen und Instrumente Vereine, um eine stabile Fortführung der Vereinsgeschäfte und die pädagogische Qualität sicherzustellen. Wir arbeiten außerdem mit anderen Institutionen, wie der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege in Bremen (LAJB), dem paritätischen Bildungswerk und Kindergärten zusammen. Es besteht eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Kleinkindgruppen der Umgebung.